Tripaneer-Insolvenz: Was Retreat-Anbieter jetzt tun sollten

Tripaneer ist insolvent. Was Retreat-Anbieter jetzt tun: offene Buchungen klären, Forderung beim Insolvenzverwalter anmelden, Daten sichern.

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Yogagruppe sitzt auf Matten in einem offenen Holzpavillon mit geschwungenem Reetdach, der Lehrer sitzt ihnen gegenüber, dahinter ein See unter blauem Himmel.

Du hast deine Retreats, Ausbildungen oder Surfcamps über BookYogaRetreats oder eine der Schwesterseiten verkauft, und jetzt ist die Firma dahinter insolvent. In deinem Kalender stehen Gäste, deren Anzahlung irgendwo zwischen dir und einer Plattform hängt, die gerade ein Insolvenzverwalter führt. Und du weißt nicht, ob dein Anteil je bei dir ankommt. Dieser Leitfaden geht durch, was du diese Woche tun solltest, wie du mit offenen Buchungen umgehst, wie du deine Forderung anmeldest und was du realistisch erwarten kannst.

Stand: 13. Oktober 2026. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald es Neues aus dem Verfahren gibt.

Diese Woche in Kürze:

  1. Neue Buchungen über die Tripaneer-Seiten stoppen, solange unklar ist, wohin Anzahlungen fließen.
  2. Alles sichern: Partnervertrag, Buchungsliste, Gästekontakte, Auszahlungshistorie, deine Texte und Fotos.
  3. Offene Buchungen sortieren: Für welche Gäste hast du deinen Anteil schon bekommen, für welche nicht?
  4. Gäste anschreiben und mit jedem eine schriftliche Lösung finden.
  5. Forderung anmelden, kostenlos und möglichst bald.

Was passiert ist

Tripaneer B.V. mit Sitz in Amsterdam betreibt laut dem Investor Prime Ventures neun Themenseiten, darunter BookYogaRetreats, BookSurfCamps und BookAllSafaris. Ob das auch für die Seite gilt, über die du verkauft hast, etwa BookYogaTeacherTraining oder BookHorseRidingHolidays, siehst du in deinem Partnervertrag: Dort steht, mit welcher Firma du einen Vertrag hast. Ende September hat ein niederländisches Gericht der Firma zunächst einen vorläufigen Zahlungsaufschub gewährt, am 30. September 2026 wurde daraus ein Konkurs. Zuständig ist die Rechtbank Amsterdam, Aktenzeichen F.13/26/306.

Damit hat die Geschäftsführung die Kontrolle abgegeben. Die Firma und ihr Vermögen verwaltet jetzt ein gerichtlich bestellter Insolvenzverwalter, in den Niederlanden Curator genannt (mr. V.G.M. Leferink). Für den ursprünglichen Zahlungsaufschub war eine Gläubigerversammlung am 9. Dezember 2026 angesetzt, ob sie nach der Umwandlung in den Konkurs stattfindet, ist offen. Den offiziellen Eintrag findest du im Insolvenzportal ClaimsAgent unter Tripaneer B.V., die Berichte des Verwalters erscheinen im niederländischen Insolvenzregister. Dort steht alles Neue zuerst.

Diese Woche: Buchungen stoppen, Daten sichern

Solange niemand weiß, ob und wann Anzahlungen an Anbieter weitergeleitet werden, ist jede neue Buchung über die Tripaneer-Seiten ein Risiko für dich und für deinen Gast: Der Gast zahlt an eine insolvente Firma, und du weißt nicht, ob davon je etwas bei dir ankommt. Solange dein Partner-Dashboard erreichbar ist, sperr deshalb kommende Termine oder nimm deine Angebote vorübergehend offline. Du kannst sie später wieder aktivieren, falls sich die Lage klärt.

Aufgeklappter Laptop neben einem Tischkalender und einem Stiftehalter auf einem Schreibtisch vor einem sonnigen Fenster mit Gardinen.

Und dann: sichern, was du sichern kannst, bevor ein Zugang wegfällt.

  • Partnervertrag bzw. die Bedingungen, denen du zugestimmt hast. Daraus ergibt sich, mit welcher Firma genau du einen Vertrag hattest.
  • Buchungsliste mit Gastnamen, Terminen, Beträgen und dem Stand jeder Zahlung.
  • Gästekontakte, damit du deine Gäste direkt erreichst.
  • Auszahlungshistorie: Welche Beträge hast du wann bekommen?
  • Was du nicht exportieren kannst, sicherst du als Screenshot, mit sichtbarem Datum.

Wo dein Geld liegt

Du kennst deinen eigenen Geldfluss besser als jeder Ratgeber. Nimm deine Auszahlungshistorie und sortiere deine Buchungen in drei Gruppen.

Gäste, die schon da waren, deren Anteil aber nicht ausgezahlt wurde. Das Geld liegt nach allem, was bisher bekannt ist, bei der insolventen Firma. Für dich ist es eine Forderung im Konkurs, die du anmelden solltest (siehe unten).

Gäste, die noch kommen und eine Anzahlung an die Plattform geleistet haben. Hast du deinen Anteil dafür noch nicht bekommen, liegt auch dieses Geld nach allem, was bisher bekannt ist, in der Insolvenzmasse. Das ist der schwierigste Fall, und um ihn geht es im nächsten Abschnitt.

Zahlungen, die deine Gäste direkt an dich leisten, etwa die Restzahlung vor Ort oder per Überweisung. Die sind von der Insolvenz nicht betroffen.

Wie viel davon du realistisch zurückbekommst, steht weiter unten. Kurz gesagt: Plane nicht damit.

Offene Buchungen: drei Wege pro Gast

Für jede künftige Buchung, deren Anzahlung bei der Plattform hängt, musst du eine Entscheidung treffen. Es gibt im Kern drei Wege, und welcher passt, hängt von deinen Zahlen und von deinem Verhältnis zum Gast ab. Was du deinen Gästen schuldest, regeln deine eigenen Buchungsbedingungen und die Absprachen mit der Plattform. Prüf das im Zweifel mit einer Rechtsberatung, bevor du jemandem absagst oder eine zweite Zahlung verlangst, besonders wenn du dein Retreat als Pauschalreise verkauft hast.

Weg 1: Das Retreat durchführen und den Ausfall tragen

Du empfängst den Gast wie geplant und verbuchst den fehlenden Anteil als Verlust. Das kostet dich Geld, kann aber die richtige Wahl sein, wenn die Anzahlung klein war, das Retreat sowieso stattfindet und dir der Gast und deine Bewertungen wichtig sind. Melde den Betrag trotzdem als Forderung an.

Weg 2: Den Gast bitten, den Anteil direkt an dich zu zahlen

Du fragst den Gast, ob er die Anzahlung, die bei der Plattform hängt, noch einmal direkt an dich zahlt. Für viele Gäste ist das zunächst ärgerlich, sie haben ja schon gezahlt. Hilfreich ist, wenn du ihnen gleich zeigst, wie sie ihre ursprüngliche Zahlung zurückholen können: Viele können über ihre Kreditkarte, PayPal oder eine Lastschrift-Rückgabe einen Teil oder alles zurückbekommen. In unserem Leitfaden für Gäste erklären wir die Wege Schritt für Schritt, den Link kannst du deinen Gästen einfach weiterleiten.

Weg 3: Umbuchen oder stornieren

Passt keiner der ersten beiden Wege, einigt ihr euch auf einen späteren Termin oder auf eine Stornierung. Das ist für beide Seiten oft die ehrlichste Lösung, wenn die Rechnung für dich sonst nicht aufgeht.

Egal welcher Weg: Halte jede Einigung schriftlich fest. Eine kurze Mail reicht. Eine Vorlage, die du anpassen kannst (siezt du deine Gäste, stell sie einfach um):

Hallo [Name],

du hast über [Plattform] unser Retreat vom [Datum] gebucht. Wie du vielleicht gelesen hast, ist die Firma hinter der Plattform insolvent, und deine Anzahlung von [Betrag] ist bei uns nicht angekommen. Wir möchten trotzdem eine faire Lösung mit dir finden.

[Variante 1: Wir freuen uns auf dich, das Retreat findet wie geplant statt, und du musst nichts nachzahlen.] [Variante 2: Damit das Retreat stattfinden kann, bräuchten wir die Anzahlung von [Betrag] direkt von dir, an [Kontoverbindung]. Insgesamt zahlst du dann noch [Gesamtbetrag]. Deine ursprüngliche Zahlung an die Plattform kannst du möglicherweise über deine Bank oder PayPal zurückholen, wie das geht, steht hier: [Link zum Gäste-Leitfaden].] [Variante 3: Wir schlagen dir vor, auf den [neuen Termin] umzubuchen / die Buchung zu stornieren.]

Sag uns kurz, ob das für dich passt, dann bestätigen wir dir alles schriftlich.

Viele Grüße [Name]

Die Liste dieser Buchungen, mit Betrag und gewähltem Weg, brauchst du anschließend für deine Forderung.

Forderung anmelden: Schritt für Schritt

Alles, was dir die Firma schuldet, kannst du im Konkursverfahren als Forderung anmelden. Das geht über das Portal ClaimsAgent, und laut ClaimsAgent kostet es dich nichts.

  1. Vertragspartner prüfen. ClaimsAgent rät ausdrücklich, genau zu prüfen, mit welcher juristischen Person du Geschäfte gemacht hast. Schau in deinen Partnervertrag: Steht dort Tripaneer B.V.? Das ist die Firma im Konkurs.
  2. Belege sammeln. Die niederländische Handelskammer (niederländisch) empfiehlt, Rechnungen und Vereinbarungen mitzuschicken. Für dich heißt das: Partnervertrag, Buchungsliste mit offenen Beträgen je Buchung, Auszahlungshistorie und deine schriftlichen Einigungen mit den Gästen.
  3. Verfahren öffnen. Auf ClaimsAgent suchst du Tripaneer B.V. mit dem Aktenzeichen F.13/26/306 und reichst dort deine Forderung ein.
  4. Kopien aufbewahren von allem, was du einreichst.
  5. Früh dran sein. Eine feste Anmeldefrist ist bisher nicht veröffentlicht. Melde dich trotzdem möglichst bald an.

Aufgeschlagener Spiralblock mit handschriftlichen Notizen und einem Kugelschreiber neben einer weißen Tastatur auf einem Holzschreibtisch.

Bekommen Gäste ihre Anzahlung später über ihre Bank oder PayPal zurück und zahlen dir dafür direkt, ändert das, was dir die Firma noch schuldet. Halte deine Liste deshalb aktuell. Und wenn dir jemand anbietet, dein Geld gegen eine Gebühr vorab zurückzuholen: Lass es. Die Anmeldung ist kostenlos.

Wie viel du realistisch zurückbekommst

Im niederländischen Konkurs gibt es eine feste Rangfolge der Gläubiger (niederländisch): Zuerst werden die Kosten des Verfahrens bezahlt, darunter die des Verwalters, dann bevorrechtigte Gläubiger wie die Steuerbehörde. Gläubiger mit Sicherheiten, etwa Banken, können sich außerdem vorab aus diesen Sicherheiten bedienen. Gewöhnliche Gläubiger, und das sind Anbieter mit offenen Auszahlungen in der Regel, kommen erst danach dran, und nur, wenn noch Geld übrig ist. Die niederländische Handelskammer KVK schreibt auf ihrer Seite zu Kundenpleiten (niederländisch) offen, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass du als gewöhnlicher Gläubiger nichts oder nur einen Teil bekommst.

Melde deine Forderung trotzdem an. Eine nicht angemeldete Forderung bekommt sicher nichts. Wie du einen Ausfall steuerlich behandelst, klärst du am besten mit deiner Steuerberatung.

Deine Inhalte sichern

Deine Beschreibungen, Fotos, Programmabläufe und die Vorstellungen deiner Lehrerinnen und Lehrer hast du selbst erstellt. Speicher sie jetzt lokal, solange du noch an sie herankommst, damit du sie für deine eigene Website oder eine andere Plattform wieder nutzen kannst. Welche Rechte du Tripaneer an diesen Inhalten eingeräumt hast, steht in deinem Partnervertrag. Schau dort nach, bevor du dich darauf verlässt.

Was wir noch nicht wissen

Ein paar Dinge kann dir im Moment niemand seriös beantworten:

  • Ob die Plattform weiterläuft, verkauft oder abgeschaltet wird, und was dann mit deinen Angeboten passiert.
  • Wie viel die gewöhnlichen Gläubiger am Ende bekommen.
  • Wann der Verwalter seinen ersten Bericht veröffentlicht. Auf den öffentlichen Übersichten des Verfahrens war bis heute noch keiner zu finden.
  • Ob die Gläubigerversammlung am 9. Dezember stattfindet, die noch für den Zahlungsaufschub angesetzt war.

Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald der erste Bericht erscheint.

Was eine Plattform leisten muss, damit dir das nicht nochmal passiert

Früher oder später willst du deine Termine wieder füllen, über deine eigene Website, über Empfehlungen oder über eine andere Plattform. Bevor du dich wieder an eine bindest, lohnen sich ein paar Fragen.

  1. Wo liegt das Geld deiner Gäste, bis das Retreat stattfindet? Läuft die Anzahlung über die Plattform, hängt sie im Ernstfall dort fest.
  2. Wann wird die Provision fällig? Je später, desto weniger Geld steht für dich auf dem Spiel, bevor ein Gast überhaupt da war.
  3. Was passiert, wenn ein Retreat ausfällt? Bekommst du eine gezahlte Provision zurück?
  4. Was kostet dich das Inserieren, bevor überhaupt eine Buchung zustande kommt?
  5. Wer kassiert und mahnt, und wie viel eigene Arbeit kostet dich das? Läuft das Geld nicht über die Plattform, bleibt diese Arbeit bei dir.

So beantworten wir diese Fragen bei Retreat Urlaub: Bei uns läuft kein Geld über die Plattform. Wir stellen den Kontakt zwischen dir und deinen Gästen her, der Vertrag kommt direkt zwischen euch zustande, und dein Gast zahlt direkt an dich. Inserieren ist kostenlos, eine Provision fällt nur an, wenn über uns eine Buchung zustande kommt, die Rechnung kommt erst am ersten Tag des Retreats, und wird ein Retreat storniert, erstatten wir sie vollständig. Dass Anzahlungen deiner Gäste in der Pleite der Plattform feststecken, kann dir bei uns deshalb nicht passieren, weil sie nie über uns laufen. Und falls es uns selbst einmal treffen sollte: Bei uns liegt kein Gastgeld, das feststecken könnte. Verlieren würdest du dein Inserat, nicht die Anzahlungen deiner Gäste. Wie das Inserieren konkret abläuft, steht auf unserer Anbieter-Seite.

Das hat aber auch eine andere Seite, und die gehört dazu: Ob ein Gast zahlt, klärst du selbst mit ihm, und dein Gast muss darauf vertrauen, dass du solide wirtschaftest. Ein klarer Zahlungsplan und transparente Stornobedingungen helfen beiden Seiten. Und noch etwas, damit du keine falsche Erwartung hast: Retreat Urlaub richtet sich an Gäste aus dem deutschsprachigen Raum. Füllst du vor allem englischsprachige Gruppen, passen wir nur für einen Teil deiner Plätze.

Häufige Fragen

Bekomme ich als Anbieter noch Geld von Tripaneer?

Offene Auszahlungen sind jetzt Forderungen im Konkursverfahren. Melde sie über ClaimsAgent an. Wie viel am Ende ausgezahlt wird und wann, ist offen. Laut niederländischer Handelskammer ist es wahrscheinlich, dass gewöhnliche Gläubiger nur einen Teil oder nichts bekommen.

Wie melde ich meine Forderung an, und kostet das etwas?

Über das Portal ClaimsAgent, im Verfahren Tripaneer B.V. mit dem Aktenzeichen F.13/26/306. Laut ClaimsAgent ist die Anmeldung kostenlos. Leg Partnervertrag, Buchungsliste, Auszahlungshistorie und deine Einigungen mit den Gästen bei, und melde dich möglichst bald an.

Muss ich Gäste mit einer Buchung über BookYogaRetreats trotzdem empfangen?

Das hängt von deinen Buchungsbedingungen und den Absprachen mit der Plattform ab, eine pauschale Antwort gibt es nicht. Praktisch hast du drei Wege: durchführen und den Ausfall tragen, den Gast um eine direkte Zahlung bitten oder umbuchen bzw. stornieren. Halte jede Einigung schriftlich fest und lass dich im Zweifel rechtlich beraten.

Soll ich meine Angebote bei BookYogaRetreats offline nehmen?

Solange unklar ist, was mit neuen Anzahlungen passiert, ist das die vorsichtige Wahl. Eine neue Anzahlung landet bei der insolventen Firma, und ob du deinen Anteil je bekommst, weiß im Moment niemand. Sperr Termine oder deaktiviere Angebote, solange das Partner-Dashboard erreichbar ist, und sichere vorher deine Daten.

Wie erfahre ich, wie es mit dem Verfahren weitergeht?

Die Berichte des Verwalters erscheinen im niederländischen Insolvenzregister, der Eintrag mit den Eckdaten steht auf ClaimsAgent. Ob die für den 9. Dezember angesetzte Gläubigerversammlung stattfindet, ist offen. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald es Neues gibt.

War Tripaneer ein seriöser Partner?

Tripaneer hat über Jahre viele Gäste an Anbieter vermittelt, für manche war es der wichtigste Vertriebskanal. Wie gut die Zusammenarbeit lief, hilft dir jetzt aber wenig. Entscheidend ist, dass du deine Forderung anmeldest und deine offenen Buchungen klärst.

Deine Termine trotzdem füllen

Du willst deine freien Plätze nicht leer lassen? Inseriere deine Retreats kostenlos auf retreaturlaub.de. Eine Provision fällt nur an, wenn über uns eine Buchung zustande kommt, die Rechnung kommt erst am ersten Retreat-Tag, und das Geld deiner Gäste geht direkt an dich. Jetzt kostenlos als Anbieter registrieren.