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Was Portugal als Surf-Destination ausmacht Portugal liegt direkt im Schwell-Korridor des Nordatlantiks. Die Wellen, die hier ankommen, sind dieselben, die Tage zuvor weit draußen auf offener See entstanden sind, und genau das macht den Unterschied zu einer Mittelmeer-Saison aus. An der portugiesischen Atlantik-Küste hast du an fast jedem Tag im Jahr surfbare Bedingungen, weil sich die Küste über mehrere Hundert Kilometer hinzieht und für jede Wind- und Swell-Richtung einen geschützten oder exponierten Spot bereithält. Wenn die Algarve-Westküste zu groß läuft, sind Sagres und die Südküste oft im Lee, und umgekehrt liefern die Spots um Peniche und Ericeira selbst dann saubere Wellen, wenn weiter südlich kaum etwas geht. Für dich als Reisende heißt das: dein Surfcamp findet praktisch immer Wellen, auch wenn du in einer schwierigen Wetterwoche anreist. Die Anreise selbst ist kurz, knapp drei Stunden Direktflug aus Deutschland nach Faro, Lissabon oder Porto, vier Stunden nach Funchal auf Madeira. Hinzu kommt die Saison-Vielfalt: der Sommer ist mit kleineren, sauberen Wellen perfekt für Anfänger, der Herbst und Winter bringen größere Swells für Fortgeschrittene, das Frühjahr ist konsistent und gemäßigt. Die Wassertemperatur liegt zwischen 14 und 21 Grad, du brauchst also einen 3/2- oder 4/3-Neoprenanzug, der bei den Camps in der Regel im Preis enthalten ist. Diese Kombination aus Wellen-Verlässlichkeit, kurzer Anreise und allen Schwierigkeitsgraden auf engem Raum macht Portugal zur Standard-Wahl für ein erstes wie für ein fortgeschrittenes Surfcamp.
Surf-Regionen: Algarve, Ericeira, Lissabon-Küste, Madeira, Azoren Die Surf-Regionen in Portugal haben jeweils einen eigenen Charakter, und es lohnt sich, die Wahl an deinem Level und deinen Vorlieben festzumachen. Die Algarve im Süden teilt sich in zwei Welten: die geschützte Südküste rund um Lagos und Albufeira mit kleineren, einsteigerfreundlichen Wellen und die wilde Westküste um Sagres und Aljezur, die zur Costa Vicentina überleitet. Hier triffst du auf längere Strände, kraftvollere Wellen und exponiertere Spots, an denen Anfänger an ruhigen Tagen surfen und Fortgeschrittene an größeren Tagen ihre Sessions finden. Nördlich von Lissabon liegt die dichteste Surf-Region des Landes. Ericeira ist seit 2011 World Surfing Reserve, mit sieben anerkannten Wellen auf wenigen Kilometern, von Reefbreaks bis zu Beachbreaks. Etwas weiter nördlich, auf der Halbinsel Peniche, sammeln sich die Anfänger-Strände auf der einen Seite, klassische Beachbreaks auf der anderen. Die Lissabon-Küste selbst, von Costa da Caparica bis Cascais, ist gut für Stadt-und-Surf-Kombinationen. Madeira spielt in einer eigenen Liga. Die Insel ist felsig, die Wellen brechen über Lavagestein, und es gibt einige der größten Wellen Europas an der Nordküste. Madeira ist klar Fortgeschrittenen vorbehalten, einsteigerfreundliche Spots sind selten. Auf den Azoren, weit draußen im Atlantik, läuft Surfen auf São Miguel und Santa Maria, mit deutlich weniger Camps, dafür unberührter Atmosphäre. Die meisten Reisenden bleiben für ihren ersten Aufenthalt auf dem Festland und kommen für Madeira oder die Azoren später wieder.
Surf und Yoga oder Surf und Wellness: die Kombi-Programme Wenn du dich für ein Surfcamp in Portugal entscheidest, wirst du schnell merken, dass viele Häuser nicht nur Wellen, sondern auch ein zweites Element anbieten. Die Kombination Surf und Yoga ist die häufigste, vor allem in der Region Ericeira und an der Costa Vicentina. Der Tagesablauf folgt einer klaren Logik: morgens eine sanfte Vinyasa- oder Hatha-Einheit, die deinen Körper für die Surf-Session öffnet, mittags zwei Stunden im Wasser, abends eine restorative Yin-Klasse, die müde Muskeln und Schultern wieder entspannt. Yoga und Surfen ergänzen sich anatomisch fast perfekt, weil das Surfen die hintere Kette und die Schultern fordert, während Yoga genau dort die Beweglichkeit und die Atemkontrolle aufbaut, die du auf dem Brett brauchst. Die Kombination Surf und Wellness oder Surf und Coaching ist eine Stufe ruhiger und richtet sich an Reisende, die nach mehr Entschleunigung suchen. Diese Camps integrieren Massagen, Sauna, geführte Atem-Sessions oder vereinzelt Coaching-Module. Sie laufen meist im Hinterland der Algarve oder in den Hügeln rund um Aljezur, wo die Häuser in Olivenhainen oder auf alten Quintas liegen. Für dich heißt das praktisch: wenn du allein reist und Anschluss suchst, sind Surf-und-Yoga-Camps in der Regel die kommunikativste Wahl, weil zweimal pro Tag etwas Gemeinsames stattfindet. Wenn du eher Ruhe willst, sind die ruhigeren Surf-und-Wellness-Häuser passender. Wer rein technisch ans Brett will, findet auch reine Surfcamps ohne Zusatzprogramm, vor allem in Peniche, Sagres und an einzelnen Spots der Westküste.
Beste Reisezeit und ein wenig Wellen-Wissen Welche Reisezeit für dich passt, hängt fast vollständig davon ab, was du im Wasser erleben willst. Der Sommer von Juni bis September ist die klassische Anfänger-Zeit. Die Atlantik-Swells werden von einem konsistenten Nordwind, dem Nortada, kleiner gehalten, die Wellen sind sauber und langsam, das Wasser ist mit 18 bis 21 Grad angenehm. Wer zum ersten Mal auf einem Brett steht oder gerade aus dem Weißwasser herauskommt, findet im Sommer die zugänglichsten Bedingungen, und die langen Tage geben dir Spielraum für zwei Sessions am Tag. Herbst und Winter sind die Saison für Fortgeschrittene. Ab Oktober rollen die ersten ernsthaften Atlantik-Tiefs heran, der Swell wird größer, die Wellen kraftvoller, die Spots an der Westküste und auf Madeira erreichen ihre besten Tage. Das Wasser fällt langsam auf 14 bis 17 Grad, du brauchst dann sicher einen 4/3-Neoprenanzug, oft mit Booties. Diese Saison ist nicht für Erstkontakt-Surfer gedacht; wer aber bereits sicher paddelt und auf einem grünen Brett steht, findet von November bis Februar die spannendsten Wellen des Jahres. Das Frühjahr von März bis Mai ist die unterschätzte Zwischensaison. Die Wellen sind konsistent, die Größe gemäßigt, die Camps weniger voll, die Preise oft günstiger als im Hochsommer. Aktuell stehen dir 8 Programme zur Auswahl, mit Preisen ab €1.099 und einem Durchschnitt von €1.352; die Spanne reicht bis €1.990. Für die Wahl deiner Reisezeit gilt: wähle die Region nach dem gewünschten Surf-Level, nicht umgekehrt.