Tagesablauf: sitzen, gehen, schweigen
Ein typischer Tag im Meditation Retreat ist getaktet, aber nicht eng. Das Grundgerüst ähnelt sich quer durch die Schulen.
Früher Morgen: erste Sitzphase, oft vor dem Frühstück, 30 bis 45 Minuten. Wenn du aus dem säkularen Achtsamkeits-Format kommst, beginnst du manchmal mit einem Body-Scan, also einer angeleiteten Wanderung der Aufmerksamkeit durch den Körper. In Yoga-Mischformaten gibt es davor eine kurze sanfte Yoga-Einheit, die deinen Körper für längeres Sitzen vorbereitet.
Vormittag: zwei längere Sitzphasen, je 45 bis 60 Minuten, dazwischen Geh-Meditation. Geh-Meditation ist sehr langsames, bewusstes Gehen über kurze Strecken; sie lockert den Körper, ohne aus dem meditativen Modus zu fallen. Anleitung der Lehrerin ist meist kurz, der Großteil der Zeit verläuft in Stille.
Mittag: Mahlzeit, oft schweigend, oft vegetarisch. Die längste freie Phase des Tages, ein bis zwei Stunden, schließt sich an, für Spaziergänge, Ruhe oder Schreiben.
Nachmittag und Abend: weitere zwei bis drei Sitzphasen, manchmal eine angeleitete Atem-Meditation, also eine Methode, bei der die Aufmerksamkeit konsequent beim Ein- und Ausatmen bleibt. Ein Vortrag oder ein Gespräch mit der Lehrerin ist häufig am Abend eingeplant.
Unter den 436 Meditation Retreat reicht die Dauer von drei Tagen, etwa als Wochenende im Kloster, bis zu acht Tagen oder mehr; fünf Tage sind die häufigste Wahl. Der Schweige-Anteil variiert: manche Häuser halten von Anfang bis Ende durchgehend Stille, andere nur tagsüber.