Was Klosterauszeiten gemeinsam haben
So unterschiedlich die einzelnen Häuser sind, ein paar Dinge ziehen sich durch fast jede Klosterauszeit und machen den Charakter der Kategorie aus.
Stille ist die wichtigste Zutat. Sie ist nicht aufgesetzt, sondern Teil des Hauses. Lange Gänge, Innenhöfe, eine Kirche, in der niemand redet, ein Refektorium, in dem während des Essens vorgelesen wird oder geschwiegen, und ein Garten, in dem du allein eine Stunde sitzen kannst, ohne dass dich jemand stört. Ein klar getakteter Tag, oft mit Tagzeitengebeten als Anker, gibt dem Aufenthalt Form. Du musst nicht selbst entscheiden, wann du isst, wann der Tag beginnt, wann eine ruhige Stunde sinnvoll wäre.
Die Klosterküche ist einfach, oft regional und meist auf hohem handwerklichem Niveau, gerade in Häusern, die selbst Garten oder Landwirtschaft pflegen. Du bekommst Brot, Suppe, Gemüse, eine warme Mahlzeit am Mittag, einen Tee am Nachmittag. Es ist nicht das Spektakuläre, das wirkt, sondern die Wiederholung. Dazu kommen die Mauern: jahrhundertealte Bauten, deren Maße aus einer Zeit stammen, in der Räume noch ihren eigenen Hall hatten. Allein das Hineingehen in einen romanischen Kreuzgang verändert den Atemtakt.
Geografisch findest du Klöster in vielen Mikro-Regionen Deutschlands. Das Kloster Steinfeld in der Eifel, das Nikolauskloster am Niederrhein, das Kloster Gerleve im Münsterland, die Abtei Königsmünster im Sauerland und das Kloster St. Ottilien südwestlich von München gehören zu den bekannten Adressen. Dazu kommen Häuser im Odenwald, im Allgäu, im bayerischen Voralpenland und vereinzelt in Österreich. Welche Region am besten zu dir passt, hängt weniger an der Postleitzahl als am Charakter des jeweiligen Hauses und an der Art Stille, die du suchst.